Graf 19, Frankfurt

Graf 19, Frankfurt

Anlässlich des Geburtstags eines meiner besten Freunde waren wir am vergangenen Wochenende im Graf 19 in Frankfurt. Die kleine Gaststätte liegt in Bockenheim in der Markgrafenstraße und beschreibt sich selbst als Restaurant mit deutscher gutbürgerlicher Küche. Auf der Karte findet sich neben Frankfurter Schnitzel, Grüner Soße und Handkäs auch ein hausgemachter Kaiserschmarrn. Der musste natürlich gleich verkostet werden!

Optik und Geschmack

Beim Anblick fällt zunächst auf, dass der Schmarrn sehr hell und blass daherkommt. Ein paar Stellen sind zwar goldbraun, insgesamt fehlt aber die kräftige Farbe, die ich bei einem Kaiserschmarrn gerne sehe.

Die Stücke sind relativ groß und ordentlich gezupft. Vor allem sieht man ihnen schon an, dass sie ziemlich locker und fluffig sind. Was man dagegen kaum sieht, ist Karamellisierung. Eine richtig schöne, knusprig-karamellisierte Oberfläche sucht man eher vergeblich.

Und tatsächlich ist die Konsistenz die größte Stärke dieses Schmarrns: Er ist wirklich sehr fluffig. Allerdings geht das für mich geschmacklich in eine etwas falsche Richtung. Durch die helle Farbe, die weiche Struktur und den sehr milden Geschmack erinnert mich der Schmarrn eher an Hefezopf-Teig als an Kaiserschmarrn. Außerdem fehlt ihm für meinen Geschmack deutlich die nötige Süße. Fluffigkeit alleine macht für mich noch keinen guten Kaiserschmarrn.

Bei den Rosinen wurde ebenfalls nicht gespart. Auf dem Teller sind davon einige zu finden, für mich ehrlich gesagt zu viele. Deutlich besser hingegen gefallen mir dagegen die Mandeln. Sie bringen etwas Biss in den ansonsten sehr weichen Schmarrn und sind für mich eine sinnvolle Ergänzung.

Beilagen

Dazu gibt es Apfelmus, Vanillesauce und Preiselbeeren. Das ist definitiv nicht die klassische Kombination, die ich bei Kaiserschmarrn erwarten würde.

Das Apfelmus ist okay, aber nichts Besonderes. Die Vanillesauce macht das Ganze noch weicher und süßer, während die Preiselbeeren immerhin etwas Säure und einen anderen Geschmack hineinbringen. Für mich braucht ein guter Kaiserschmarrn diese ganzen Beilagen aber eigentlich nicht. Wenn der Schmarrn selbst überzeugt, reichen Apfelmus oder ein guter Zwetschgenröster völlig.

Preis und Portion

Mit 10,50 € ist der Schmarrn preislich absolut fair. Auch die Portion ist in Ordnung. Kein riesiger Teller, aber für einen Nachtisch eine vernünftige Menge.

Hier kann ich also tatsächlich nicht viel kritisieren. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist deutlich besser als bei manchen deutlich teureren Kandidaten meiner bisherigen Schmarrn-Runde.

Fazit

Trotzdem würde ich ihn nicht noch einmal bestellen. Die Konsistenz ist zwar schön fluffig, aber für mich fehlt dem Schmarrn fast alles, was ihn geschmacklich zu einem richtig guten Kaiserschmarrn macht: kräftige Karamellisierung, etwas mehr Süße und vor allem Röstaromen.

Stattdessen ist er sehr hell, sehr weich und geschmacklich ziemlich brav. Zusammen mit den vielen Rosinen erinnert mich das Ganze eher an einen fluffigen Hefezopf als an den Kaiserschmarrn, den ich suche.

10,50 € sind dafür absolut okay, aber auch ein fairer Preis macht aus einem für mich nicht überzeugenden Schmarrn keinen Favoriten. Für mich daher ganz klar: einmal probiert reicht.

Geschmack: 2/5
Portionsgröße: 3/5
Beilagen: 2/5
Preis: 4/5

Gesamt: 11/20

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