Wirtshaus im Schlachthof, München
Wenn man im Wirtshaus im Schlachthof einkehrt, geht es nicht nur ums Essen. Das historische Gebäude in der Münchner Zenettistraße ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für Kabarett und Kleinkunst. Heute gibt es hier weiterhin Comedy, Kabarett, Konzerte und Lesungen, natürlich mit der Möglichkeit, vor der Vorstellung noch ordentlich einzukehren.
Optik
Serviert wird der Schmarrn in einer schwarzen Pfanne auf einem großen Teller. Die Stücke sind unterschiedlich groß und teilweise schön goldbraun, andere wirken dagegen recht hell. Darüber liegt eine ordentliche Schicht Puderzucker.
Was auf dem Foto allerdings auffällt: Die Oberfläche zeigt zwar einige gebräunte Stellen, eine Karamellkruste ist aber nicht zu erkennen. Genau diese kräftigen Röstaromen und leicht knusprigen Stellen machen für mich einen guten Kaiserschmarrn aus. Hier bleibt das Ganze sehr zurückhaltend.
In der Mitte steht ein großes Glas Apfelmus, das optisch durchaus etwas hermacht. Die roten Johannisbeeren als Dekoration sorgen zusätzlich für Farbe, auch wenn sie für den eigentlichen Kaiserschmarrn natürlich eher schmückendes Beiwerk sind.
Geschmack
Laut Speisekarte kann die Zubereitung bis zu 20 Minuten dauern. Bei uns ging es allerdings deutlich schneller: Der Schmarrn stand ziemlich flott auf dem Tisch.
Das ist vor einer Comedyshow natürlich praktisch, wenn man nicht ewig auf sein Dessert warten möchte. Ob die schnelle Lieferung tatsächlich etwas über die Zubereitung aussagt, lässt sich daraus allein natürlich nicht ableiten. Geschmacklich hätte ich mir jedenfalls mehr Zeit für die Pfanne gewünscht – zumindest in Form einer kräftigeren Karamellisierung.
Der Schmarrn ist keine Zumutung, aber geschmacklich ziemlich unspektakulär. Von der Konsistenz und dem Geschmack her erinnert er mich eher an Waffelteig als an einen klassischen Kaiserschmarrn.
Beilagen
Beim Apfelmus gibt es mengenmäßig nichts zu meckern. Das große Glas reicht locker, um die gesamte Portion zu begleiten. Geschmacklich ist es ebenfalls in Ordnung und erfüllt seinen Zweck.
Allerdings wirkt es auf mich eher wie ein zugekauftes Standardprodukt als wie eine besondere, hausgemachte Beilage. Es ist weder schlecht noch störend, bleibt aber eben auch nicht in Erinnerung.
Gerade bei einem Gericht, das geschmacklich selbst nicht besonders heraussticht, könnten gute Beilagen noch einiges herausholen. Das gelingt hier leider nur bedingt.
Preis
Mit 14,90 € liegt der Kaiserschmarrn preislich inzwischen in einer Größenordnung, die man in München durchaus häufiger sieht. Für ein Wirtshaus, in dem man vor einer Veranstaltung bequem essen kann, ist das nicht völlig überraschend.
Trotzdem ist es für mich ein Preis, bei dem ich mehr erwarte als eine solide Portion mit etwas Puderzucker und Apfelmus. Wenn die Karamellisierung fehlt und auch die Beilage keine besondere Qualität mitbringt, bleibt am Ende wenig, das den Preis rechtfertigt.
Natürlich bezahlt man hier auch für die Möglichkeit, Essen und Unterhaltung an einem Ort zu verbinden. Das ist praktisch, aber hier geht es eben um den Schmarrn selbst und nicht darum, wie gut die Comedyshow war.
Fazit
Mein Urteil: Kann man essen, muss man aber nicht noch einmal bestellen. Für 14,90 € hätte ich mir mehr Geschmack und vor allem eine bessere Karamellisierung gewünscht. Im Vergleich zu den anderen Restaurants meiner Schmarrn-Reihe bleibt er eher unauffällig - und geschmacklich erinnert er mich leider mehr an Waffelteig als an einen richtig guten Kaiserschmarrn.
Geschmack: 2,5/5
Portionsgröße: 3/5
Beilagen: 3/5
Preis: 2,5/5
Gesamt: 11/20