Wirtshaus Maxvorstadt, München
Kaum zurück aus Portugal und schon wieder mitten im Münchner Kaiserschmarrn-Kosmos. Diesmal führte uns eine neue Runde vom Stammtisch ins Wirtshaus Maxvorstadt, ein modernes Wirtshaus mitten im Studentenviertel, das irgendwo zwischen traditioneller Wirtshausküche und stylischem Instagram-Liebling pendelt. Und nachdem mir der Laden wochenlang in die For You-Page gespült wurde, war klar: Das muss getestet werden.
Zwischen Holzoptik und Großstadt-Wirtshaus
Das Wirtshaus selbst wirkt deutlich moderner als die klassischen Münchner Institutionen. Weniger urig, dafür eher clean und urban: Dunkles Holz, stylische Beleuchtung und genau die Art von Lokal, in dem gleichzeitig Touristen, Studenten und Date-Night-Pärchen sitzen.
Der Kaiserschmarrn kommt in einer Metallpfanne, dekoriert mit Puderzucker, einzelnen Beeren, Vanilleeis und kleinen karamellisierten Mandelstückchen. Optisch definitiv gelungen. Fast ein bisschen zu geschniegelt für einen Schmarrn, das Auge isst aber ja bekanntlich mit.
Geschmack
Geschmacklich fällt direkt auf: Das Ganze ist extrem ei-lastig. Dadurch entsteht zwar eine fluffige Konsistenz, gleichzeitig erinnert der Schmarrn stellenweise fast schon eher an eine süße Omelett-Variation als an den klassischen Kaiserschmarrn.
Was leider fast komplett fehlt, ist die Karamellisierung. Die Stücke haben kaum Röstaromen oder knusprige Zuckerkruste, stattdessen bleibt der Fokus eher auf der weichen, luftigen Struktur. Das ist nicht zwingend schlecht, war persönlich aber einfach nicht mein Fall. Insgesamt fehlte mir etwas der rustikale Charakter, den ein wirklich guter Kaiserschmarrn für mich braucht.
Positiv hervorzuheben sind die karamellisierten Mandelstücke, die immer mal wieder auftauchen und wenigstens punktuell etwas Crunch und Röstaroma reinbringen.
Beilagen
Die fruchtige Beilage war spannend: offiziell Zwetschgenröster, jedoch vermutlich mit Sauerkirsche versetzt. Sehr fruchtig, angenehm säuerlich und insgesamt interessanter als viele Standard-Beilagen.
Und dann gab es noch eine kleine Anekdote vom Service, die fast schon mehr über Kaiserschmarrn-Diskussionen verrät als jede Speisekarte: Die Kellnerin erzählte uns, dass die Rosinen im Kaiserschmarrn inzwischen auf Wunsch vieler Gäste entfernt wurden. Offenbar existiert also tatsächlich eine relevante Anti-Rosinen-Fraktion da draußen.
Portion & Preis
Die Portion bewegt sich eher im kleineren Bereich. Nicht winzig, aber für 14,90 € hätte man sich schon gerade im Münchner Vergleich noch etwas mehr Wucht gewünscht.
Nach einem Hauptgericht bleibt definitiv noch Platz nach oben. Oder anders formuliert: Niemand wird sich hier seinen Schmarrn für die Lange Nacht der Musik einpacken lassen müssen (ha, wer erinnert sich an die Anekdote?)
Fazit
Das Wirtshaus Maxvorstadt serviert einen modernen, sehr ei-lastigen Kaiserschmarrn mit Fokus auf Fluff statt Röstaromen. Persönlich hat mich die Interpretation aber nicht wirklich abgeholt.
Vielleicht ein Schmarrn für Menschen, die es leichter und souffleartiger mögen. Für meinen Geschmack fehlte jedoch zu viel von dem, was einen klassischen Kaiserschmarrn ausmacht. Entsprechend würde ich ihn dort wahrscheinlich kein zweites Mal bestellen.
Geschmack: 2,5/5
Portionsgröße: 2,5/5
Beilagen: 3/5
Preis: 3/5
Gesamt: 11/20