Haidhauser Augustiner, München
Für unseren letzten Schmarrn-Stopp hat es uns ins Haidhauser Augustiner verschlagen - ein Wirtshaus, das perfekt in den Charakter von München passt: bodenständig, lebendig, herzlich und mit genau der richtigen Portion „hier sitzt man länger als geplant“.
Ich war dort tatsächlich schon mal vor zwei Jahren - lange bevor es den Blog gab. Damals alleine unterwegs, vorher ein ebenso monumentales Schnitzel gegessen und dann trotzdem noch Kaiserschmarrn bestellt (man trifft manchmal fragwürdige, aber wichtige Lebensentscheidungen 😄). Die Portion war so groß, dass ich mir den Rest einpacken lassen habe.
Und weil an dem Abend „Lange Nacht der Musik“ war, habe ich mich später noch ins Theater gesetzt und hab dort weiter Kaiserschmarrn gegessen (habe mir sagen lassen, Kaiserschmarrn sei das neue Popcorn).
Der Anlass war diesmal ein ganz besonderer: Zwei meiner besten Freunde aus der Heimat waren zu Besuch - beide eben so sehr Foodies wie ich. Entsprechend hoch war die Erwartungshaltung an das, was da aus der Küche kommt. Und sagen wir so: Hungrig wäre an dem Abend definitiv niemand geblieben.
Portionsgröße & Geschmack
Der Schmarrn kam in einer Pfanne, die schon beim Abstellen signalisiert hat: Hier wird ernst gemacht.
Die Portionsgröße war wirklich stark. So ein Teller, bei dem man kurz überlegt, ob man noch Besteck für Nachzügler organisiert oder einfach direkt mehrere Gabeln reinsteckt (Spoiler: Genau so war es ja auch).
Optisch fällt sofort auf: Karamellisierung nur sehr, sehr dezent vorhanden. Statt dieser typischen goldbraunen Kruste gab es eher vereinzelt leichte Zuckerstellen – also eher „angehaucht karamellisiert“ als wirklich ausgebacken. Geschmacklich hat das aber überraschend wenig gestört, weil der Schmarrn schön fluffig war und insgesamt sehr rund geschmeckt hat. Innen weich, außen minimal Struktur, mehr Dessert-Komfortzone als Bratpfannen-Show.
Beilagen
Das Apfelmus: positiv überraschend. Keine klassischen Stücke, dafür Apfelschnitze drin - so ein Zwischending, das ziemlich hausgemacht wirkt (oder zumindest wie ein sehr gutes Zukaufsprodukt). Frisch und grundsätzlich eine sehr gute Ergänzung zur großen Schmarrnportion - auch wenn man davon gern noch ein bisschen mehr gehabt hätte.
Preis
Preislich lag das Ganze bei 14,90 €. Für Münchner Verhältnisse - vor allem für diese Portionsgröße - wirklich sehr fair. Da gibt es deutlich kleinere Teller für deutlich mehr Geld.
Fazit
Kein Show-Schmarrn, kein Instagram-Karamell-Kunstwerk - sondern ehrlicher, sehr leckerer, richtig sättigender Wirtshaus-Schmarrn. Perfekt für einen langen Abend mit guten Freunden, viel Gespräch und definitiv genug Essen für alle am Tisch.
Geschmack: 4/5
Portionsgröße: 5/5
Beilagen: 3,5/5
Preis: 4/5
Gesamt: 16,5/20