Ginnheimer Wirtshaus, Frankfurt

Ginnheimer Wirtshaus, Frankfurt

Ein Wochenende in der alten Heimat führte diesmal ins Ginnheimer Wirtshaus in Frankfurt-Ginnheim - ein gemütliches, klassisches Wirtshaus mit großem Biergarten, deftiger Küche und familiärer Atmosphäre. Auf der Karte: ein „Kaiserschmarrn nach Omas Rezept“ - das klang vielversprechend und musste natürlich probiert werden.

Präsentation & Portion

Serviert wurde der Schmarrn auf einem schlichten weißen Teller, mit etwas Puderzucker und einem Apfelmus in der Sauciere.
Letzteres gab es übrigens nur auf Nachfrage - laut Karte wird der Schmarrn nämlich standardmäßig mit Vanilleeis oder Vanillesoße serviert. Das ist zwar nett gemeint, aber nicht besonders traditionell (und trifft leider auch nicht meinen Geschmack).
Optisch war er recht blass, ohne karamellisierte Stellen oder goldene Ränder. Schon der erste Blick ließ vermuten: hier fehlt die Pfanne, in der Butter und Zucker den Teig veredeln.

Die Stücke waren gleichmäßig geschnitten, fast würfelförmig – mehr Pfannkuchenstückchen als gezupfter Kaiserschmarrn.
Die Portionsgröße war eher klein, als Dessert in Ordnung, aber sicher nichts, wovon man satt wird.

Geschmack & Konsistenz

Geschmacklich hat der Schmarrn leider nicht überzeugt:
Der Teig war dicht, kompakt und recht fest, kaum fluffig, und schmeckte deutlich mehr nach Pfannkuchenteig als nach klassischem Schmarrn.
Karamellisierung: Fehlanzeige.
Auch der Eigengeschmack war schwach – ohne Beilage fade.

Das Apfelmus dazu war fein passiert, ohne Stücke, geschmacklich sehr neutral und offensichtlich industriell gefertigt.
So blieb das Gesamtbild: süß, aber eindimensional – ohne die warm-buttrige Tiefe, die man sich von einem Kaiserschmarrn erhofft.

Auf Nachfrage stellte sich heraus: Der laut Karte nach Omas Rezept gefertigte Schmarrn wird vorbereitet und dann lediglich erwärmt.
Das ist zwar nicht unüblich, erklärt aber vieles, was danach auf dem Teller lag – und warum das Ergebnis leider wenig mit einem frisch gebackenen Kaiserschmarrn zu tun hatte.

Preis

Mit 8,90 € ist der Schmarrn zwar deutlich günstiger als in München oder anderen Großstädten, aber auch qualitativ auf einem anderen Niveau.
Für den Preis darf man natürlich keine hohe Patisseriekunst erwarten – trotzdem bleibt der Eindruck: selbst für das Geld würde man ihn kein zweites Mal bestellen.

Fazit

Auch wenn das Ginnheimer Wirtshaus mit seiner urigen Atmosphäre durchaus sympathisch ist: vom Kaiserschmarrn sollte man hier lieber die Finger lassen.
Der Schmarrn schmeckt vorgefertigt, zu kompakt und zu blass, ohne Karamellisierung, ohne Fluff, ohne Seele.
„Nach Omas Rezept“ mag auf der Karte stehen – auf dem Teller kam davon leider wenig an.

Für deftige Hausmannskost sicher eine gute Adresse, aber wer echten Kaiserschmarrn sucht, wird hier enttäuscht. Eine klare Empfehlung: lieber etwas anderes von der Karte bestellen.

Geschmack: 1,5/5
Portionsgröße: 2/5
Beilagen: 2/5
Preis: 3/5

Gesamt: 8,5/20

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