Emmeramsmühle, München

Emmeramsmühle, München

Eine neue Runde des Kaiserschmarrn-Stammtischs führte diesmal in die Emmeramsmühle, einem der wohl schönsten Wirtshäuser Münchens. Zwischen Isarauen und alten Bäumen gelegen, verbindet das Haus ländlichen Charme mit gehobenem Anspruch – und genau das merkt man auch beim Schmarrn: elegant, aber mit Licht und Schatten.

Die St. Emmeramsmühle ist bekannt für ihre feine bayerische Küche mit regionalem Fokus, schönem Biergarten und saisonalen Spezialitäten. Der Kaiserschmarrn war bis vor Kurzem gar nicht mehr auf der Karte – erst nach einem Anruf erfuhr ich, dass er seit genau dieser Woche wieder angeboten wird. Wenn das mal kein Zufall ist 😏

Präsentation & Portion

Serviert wurde der Schmarrn in einer rechteckigen gusseisernen Form, dezent mit Puderzucker bestäubt und mit Mandeln verfeinert. Dazu gab es Apfelmus und Zwetschgenröster in kleinen Metalltöpfchen – klassisch, aber ansprechend.
Die Portionsgröße war für zwei Personen gerade noch ausreichend, jedoch nicht besonders großzügig. In Anbetracht des Preises von 27,90 € wirkt die Menge eher knapp bemessen, auch wenn das hochwertige Umfeld der St. Emmeramsmühle hier sicher eine Rolle spielt.

Geschmack & Konsistenz

Der Schmarrn selbst war luftig, was auf aufgeschlagenen Eischnee schließen lässt, allerdings etwas blass – eine kräftigere Karamellisierung hätte ihm gutgetan. Die leichte Rumnote war spürbar, aber gut eingebunden und nicht zu scharf. Insgesamt schmeckte der Schmarrn deutlich nach Ei und war vergleichsweise wenig süß, wodurch er ohne die Beilagen etwas zurückhaltend wirkte. Mandeln sorgten für angenehmen Biss und ein leicht nussiges Aroma, was den insgesamt eher milden Teig gut ergänzte.

Beilagen

Das Apfelmus war fein püriert, ohne Stücke, geschmacklich ordentlich, aber nicht herausragend.
Der Zwetschgenröster war ausgewogen, leicht rotweinig mit einer angenehmen Fruchtigkeit, jedoch ohne besondere Würze oder Tiefe – solide, aber kein Höhepunkt. Beide Beilagen erfüllten ihren Zweck, ohne besonders im Gedächtnis zu bleiben.

Preis

Mit 27,90 € für die Portion für zwei Personen gehört dieser Kaiserschmarrn zu den teuersten der bisherigen Runde. Angesichts der relativ kleinen Portion und der nur durchschnittlichen Karamellisierung steht der hohe Preis nicht ganz im Verhältnis zur gebotenen Portion und Intensität.

Fazit

Ein handwerklich luftiger Schmarrn, der sich gut in das gehobene Ambiente der St. Emmeramsmühle einfügt. Geschmacklich solide, mit feiner Rumnote und angenehmer Struktur, aber ohne den besonderen Moment, der im Gedächtnis bleibt. Für den Kaiserschmarrn-Stammtisch war’s trotzdem ein schöner Abend – und allein die Rückkehr des Schmarrns auf die Karte ist schon ein kleiner Sieg.

Geschmack: 3/5
Portionsgröße: 3/5
Beilagen: 3/5
Preis: 1/5

Gesamt: 10/20

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