Dicke Sophie, Johanneskirchen

Dicke Sophie, Johanneskirchen

Manchmal führen einen Kaiserschmarrn-Missionen an Orte, die man ohne Dessert-Kompass vielleicht nie angesteuert hätte. Diesmal ging es in den Nordosten von München, genauer gesagt nach Johanneskirchen. Anlass: Die zwei Foodie-Freunde aus der Heimat waren immer noch am Start, und wenn schon Besuch, dann natürlich mit bayerischer Mehlspeisen-Grundversorgung.

Die Dicke Sophie ist eine klassische urige Wirtsstube mit Fokus auf bayerische Küche, saisonale Gerichte und einer starken Bierkultur. Besonders beliebt ist der Biergarten unter alten Kastanien - ein Setting, das automatisch Wirtshaus-Feeling erzeugt. Das Lokal ist gut besucht, Reservierung schadet selten.

Kurz: Genau die Art Ort, an dem man hofft, dass der Kaiserschmarrn entweder hervorragend ist - oder zumindest ehrlich.

Optik & Geschmack

Auf dem Bild sieht man den Schmarrn in einer rechteckigen, emaillierten Form serviert, was sofort diesen typischen Wirtshaus-Charakter transportiert. Die Orangenscheiben und die Minze geben optisch einen frischen Akzent, während die Mandelblättchen schon ankündigen, was geschmacklich folgt: Die bereits in der Speisekarte angekündigte Glasur mit Mandellikör ist tatsächlich wahrnehmbar und gibt dem Gericht eine leicht süß-nussige Note, die man so nicht überall bekommt.

Was allerdings etwas gefehlt hat, war eine echte Karamellisierung. Es gab stellenweise so kleine Zuckerstellen oder Zuckerkristalle, aber nicht diese durchgehende goldbraune Röstaromenschicht, die einen richtig guten Kaiserschmarrn normalerweise auszeichnet. Der Teig selbst war etwas fest geraten und eher krümelig, mit vielen kleineren Stücken statt größeren, fluffigen Fetzen. Mehr Luftigkeit hätte dem Ganzen definitiv gutgetan.

Portionsgröße & Preis

Die Portionsgröße lag irgendwo genau in der Mitte – man wird satt, aber es ist keine Monsterportion. Für 14,20 Euro ist das in München grundsätzlich okay, auch wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis insgesamt eher im soliden Mittelfeld landet, weil weder Portion noch Qualität komplett herausragen.

Beilagen

Das Apfelmus wurde separat serviert und wirkte sowohl optisch als auch geschmacklich eher glatt püriert, ohne wahrnehmbare Stücke. Es war absolut in Ordnung, aber nichts, was man als Highlight beschreiben würde. Es hat seinen Job erfüllt, mehr aber auch nicht.

Fazit

Unterm Strich war das Ganze geschmacklich völlig in Ordnung, und durch den Mandellikör hatte der Schmarrn sogar eine eigene Handschrift. Trotzdem ist es eher ein „Wenn ich eh dort bin, bestelle ich ihn wieder“-Kaiserschmarrn als ein „Dafür fahre ich nochmal extra raus“-Kandidat.

Geschmack: 3/5
Portionsgröße: 3/5
Beilagen: 3/5
Preis: 3/5

Gesamt: 12/20

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